Warum Ghosting unter Christen problematisch ist | #ghosting


1. Ghosting verletzt die Würde einer Person

Jeder Mensch ist von Gott geschaffen, trägt sein Ebenbild und ist somit unendlich wertvoll (1. Mose 1,27). Wenn wir jemanden ghosten, behandeln wir ihn, als sei seine Existenz oder sein Schmerz irrelevant. Es ist eine Form von Missachtung, die den anderen degradiert und seine Würde als Mensch untergräbt. Die Bibel fordert uns auf, einander in Liebe zu begegnen und die Ehre des anderen höher zu achten als unsere eigene (Philipper 2,3).

2. Ghosting als Form emotionaler Gewalt

Ghosting kann als eine subtile Form von Manipulation und emotionaler Gewalt betrachtet werden. Es entzieht sich der Verantwortung, dem anderen ehrlich zu begegnen, und hinterlässt ihn oft mit Gefühlen von Verwirrung, Ablehnung und Minderwertigkeit. Diese Vorgehensweise ähnelt in gewisser Weise dem Konzept von Gaslighting, bei dem die Realität einer Person verzerrt wird, was zu Selbstzweifeln führen kann. Solches Verhalten widerspricht dem biblischen Gebot der Liebe, die „alles erträgt, alles glaubt, alles hofft, allem standhält“ (1. Korinther 13,7).

3. Das Gebot der Wahrheit und der Verantwortung

Als Christen sind wir zur Wahrheit berufen. Epheser 4,25 fordert uns auf: „Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.“ Ghosting ist ein Verstoß gegen diese Wahrheitspflicht, da es Konflikten oder unangenehmen Gesprächen aus dem Weg geht. Stattdessen sollten wir den Mut aufbringen, respektvoll und ehrlich zu kommunizieren, auch wenn dies unangenehm sein mag. Offenheit und Ehrlichkeit zeugen von der Wertschätzung, die wir für den anderen als Geschwister in Christus haben sollten.


24 Als neue Menschen, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes und zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit berufen, sollt ihr auch ein neues Wesen annehmen. 25 Hört auf zu lügen und »sagt einander die Wahrheit«, weil wir aufeinander angewiesen sind. 26 »Sündigt nicht, wenn ihr zornig seid«, und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. 27 Gebt dem Teufel keine Möglichkeit, durch den Zorn Macht über euch zu gewinnen! 

Epheser 4 | NLB

4. Ghosting widerspricht Gottes Gebot der Liebe

Jesus hat uns das Gebot gegeben, einander zu lieben, wie er uns geliebt hat (Johannes 13,34). Diese Liebe ist nicht selektiv und endet nicht, wenn eine Beziehung schwierig oder unangenehm wird. Selbst wenn wir eine Freundschaft oder Beziehung beenden müssen, sollten wir dies in einer Weise tun, die den anderen ehrt und ihn nicht im Dunkeln lässt. Ghosting hingegen ist eine egozentrische Handlung, die nicht aus Liebe, sondern aus Bequemlichkeit oder Angst motiviert ist.

5. Die Absicht zählt

Sünde beginnt oft mit der Absicht. Wenn wir jemanden ghosten, wählen wir bewusst einen Weg, der den anderen verletzt. Diese Entscheidung zeigt nicht nur Respektlosigkeit gegenüber der betroffenen Person, sondern auch gegenüber Gott, der uns dazu berufen hat, in Frieden miteinander zu leben (Römer 12,18).

Ein alternativer Weg

Anstatt jemanden zu ghosten, sollten wir den Weg der Ehrlichkeit und Demut wählen. Dies könnte bedeuten, ein schwieriges Gespräch zu führen, in dem wir respektvoll erklären, warum wir den Kontakt beenden möchten. Ein solcher Ansatz zeugt von Reife und Wertschätzung für den anderen und vermeidet unnötige Verletzungen. Unsere Worte und Taten sollten immer darauf abzielen, den anderen aufzubauen, selbst in schwierigen Situationen (Epheser 4,29).

Fazit